Warum scheitern so viele bei der MPU?
Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) gilt als eine der anspruchsvollsten Begutachtungen im deutschen Straßenverkehrsrecht. Dass so viele Betroffene scheitern, liegt primär daran, dass die MPU keine reine Wissensprüfung ist, sondern eine tiefgehende Eignungs- und Verhaltensprognose.
1. Allgemeiner Inhalt
Die MPU prüft nicht, ob jemand „gut Autofahren“ kann, sondern ob die begründeten Zweifel der Fahrerlaubnisbehörde an der Eignung zur Teilnahme am Straßenverkehr ausgeräumt werden können.
- Hohe Beweislast beim Betroffenen: Die Beweislast liegt beim Antragsteller. Der Gutachter muss objektiv davon überzeugt werden, dass sich die problematischen Verhaltensweisen (z. B. Substanzkonsum, Aggression, Regelverstöße) dauerhaft geändert haben.
- Prognoseentscheidung: Bewertet wird nicht nur das vergangene Fehlverhalten, sondern das zukünftige Verhalten. Der Gutachter benötigt eine verlässliche Verhaltensprognose für die nächsten Jahre.
- Standardisierte Beurteilungskriterien: Die MPU folgt strengen rechtlichen und verkehrspsychologischen Vorgaben (den Beurteilungskriterien zur Fahreignung der BASt). Fehlt auch nur eine Voraussetzung (z. B. Lücken beim Abstinenznachweis oder unzureichende Motivation zur Verhaltensänderung), muss das Gutachten negativ ausfallen.
- Fehlende Vorbereitung: Viele Teilnehmer unterschätzen die psychologische Tiefe der MPU, treten unvorbereitet an oder versuchen, auswendig gelernte Floskeln vorzutragen, was verkehrspsychologisch schnell durchschaut wird.
2. Inhalte im Detail
Leistungsdiagnostik (Reaktions- und Leistungstest)
- Ziel: Messung der sensorischen, motorischen und kognitiven Fähigkeiten, die für das sichere Führen eines Kraftfahrzeugs im Straßenverkehr notwendig sind.
- Ablauf & Inhalte:
- Reaktions- und Konzentrationstest: Prüfung von Reaktionsgeschwindigkeit und Präzision unter Zeitdruck am Testgerät (z. B. Wiener Testsystem).
- Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitstest: Erfassung von visueller Orientierung, Belastbarkeit sowie der Verarbeitungsgeschwindigkeit von optischen und akustischen Signalen.
- Warum hier gescheitert wird: Starke Nervosität, Konzentrationsschwächen oder alters-/substanzbedingte Leistungseinbußen führen zu einer unzureichenden Treffer- oder Reaktionsquote. (Hinweis: Mangelhafte Ergebnisse können allerdings oft durch eine Fahrverhaltensbeobachtung im realen Verkehr kompensiert werden).
Psychologische Untersuchung
- Ziel: Kernstück der MPU (ca. 45–60 Minuten). Bewertung der persönlichen Einsicht, Aufarbeitung der Ursachen für das Fehlverhalten und Glaubhaftigkeit einer dauerhaften Verhaltensänderung.
- Ablauf & Inhalte:
- Analyse des Delikts: Detaillierte Schilderung der Tathergänge und der damaligen Lebensumstände.
- Ursachenaufarbeitung: Tiefgehende Ergründung der inneren Motive (z. B. Stressbewältigung, Gruppenzwang, fehlendes Durchsetzungsvermögen).
- Tatsächliche Verhaltensänderung: Erläuterung der Strategien zur Vermeidung von Rückfällen sowie der erreichten Einstellungsänderung.
- Warum hier gescheitert wird: Das psychologische Gespräch ist der häufigste Grund für ein negatives Gutachten. Typische Fehler sind Verharmlosung des eigenen Verhaltens, Übernahme der Opferrolle, Widersprüche in den Angaben oder auswendig gelernte Antworten ohne echte Selbsterkenntnis.
Medizinische Untersuchung
- Ziel: Feststellung des aktuellen Gesundheitszustands, Ausschluss körperlicher Mängel und Verifizierung von Abstinenzangaben bzw. Konsumgewohnheiten.
- Ablauf & Inhalte:
- Anamnese & körperliche Untersuchung: Erfassung von Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahmen, Reflexen und allgemeinem Gesundheitsstatus.
- Laboranalysen / Toxikologische Befunde: Blutuntersuchungen (z. B. Leberwerte, CDT bei Alkohol), Urinscreenings oder Haaranalysen zum Nachweis von Alkohol- oder Drogenabstinenz.
- Warum hier gescheitert wird: Nachweisbare Substanzrückstände im Körper, lückenhafte Abstinenzbelege, auffällige Laborparameter oder mangelnde Compliance beim Einhalten der strengen BVT-Kriterien (forensische Absicherung der Befunde).
3. Statistiken zu MPU-Ergebnissen in Deutschland
Gemäß den jährlichen Auswertungen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) bezüglich der durchgeführten MPU-Gutachten stellen sich die Zahlen wie folgt dar:
- Gesamtzahl der Begutachtungen: Jährlich werden in Deutschland rund 80.000 bis 87.000 MPU-Gutachten absolviert.
Verteilung der Ergebnisse (Durchschnittswerte):
| Ausgang der MPU | Anz. Schätzung p. a. (bei ca. 85.000 Untersuchungen) | Prozentualer Anteil |
| Positives Gutachten (geeignet) | ca. 46.000 – 48.000 | ca. 55 % – 57 % |
| Negatives Gutachten (ungeeignet) | ca. 31.000 – 33.000 | ca. 36 % – 39 % |
| Bedingt geeignet (Kursempfehlung nach § 70 FeV) | ca. 3.500 – 4.500 | ca. 4 % – 5 % |
Besonderheit zur Vorbereitung: Bei Personen, die ohne verkehrspsychologische Vorbereitung in die Untersuchung gehen, liegt die Misserfolgsquote bei bis zu 80 %. Durch eine gezielte und professionelle Vorbereitung steigt die Chance auf ein positives Gutachten hingegen auf über 80 %.
Die MPU-AkademieAugsburg hilft im Falle einer MPU
Kostenlose Telefonnummer: 0800 4908001
FAQ
F: Kann jeder MPU Berater werden?
A: Jein, ein paar Kriterien sollten erfüllt sein. Mindestalter 25 Jahre, Spaß im Umgang mit Menschen, ein gewisses Maß an Empathie
F: Wie lange dauert eine Fortbildung zum MPU Berater?
A: Da gibt es Unterschiede auf dem Markt. Wir haben uns für ein Intensiv-Training entschieden, das in 3 Tagen absolviert werden kann
F: Was passiert nach der Fortbildung?
A: Wir lassen unsere Teilnehmer nicht im Regen stehen, wir stehen jedem unserer Teilnehmer telefonisch zur Verfügung um Hilfestellung zu leisten, und das unbegrenzt.
Autor: Werner Maurus – der MPU-Profi
MPU-Akademie
Ihre Profis wenn es um die Ausbildung zum MPU Berater geht.
Ihre Experten wenn es um die MPU Vorbereitung geht.
Die MPU-Akademie hilft Ihnen bei der MPU Vorbereitung bei Alkohol/Drogen/Punkten/Straftaten

